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Multi-Screen-Usage: Gesundheitspotenzial oder Gesundheitsrisiko?

14. Februar 2015, 0 Kommentare

Ich lese beim Frühstück am Tablet was sich in der Welt tut während im Hintergrund der Radio läuft. Während ich mir einen Kaffee zubereite checke ich meine Nachrichten am Smartphone. Wenn ich von Zuhause aus arbeite oder lerne, höre ich nebenbei online Musik. Zwischendurch (viel zu oft um ehrlich zu sein) stöbere ich in sozialen Netzerken, mal am Tablet, Smartphone oder Notebook. Neben meinem Notebook habe ich einen zweiten Monitor, damit ich besser arbeiten kann, das Handy liegt auch am Schreibtisch. 

Will ich telefonieren, mache ich das über mein Smartphone oder das Notebook, oft auch über Videotelefonie. Mit meinen Freunden kommuniziere ich gerne via E-Mail oder andere Nachrichtendienste. Gehe ich Laufen ist mein Handy mit dabei, nicht zum telefonieren, sondern um meinen Lauf zu tracken. Will ich Entspannen, lese ich Bücher oder Magazine oder höre mir eine Entspannung über das Smartphone an. Derzeit nutze ich auch ein Programm um zu testen, wie es funktioniert meine Ernährung via App oder am Notebook zu erfassen um zu sehen, wie mein Essverhalten ist.

Gibt es einen Fernsehabend, erfolgt die Programmauswahl über die „Fernsehzeitung“ am Tablet. Wenn der ausgewählte Film dann spannend ist, schaue ich nur noch fern, da schlafe ich auch nicht ein. Ist es weniger spannend, liegt ja das Tablet oder Smartphone nur einen Handgriff entfernt …

Mit meinem Nutzerverhalten würde wohl als „Heavy-Multi-Screener“ bezeichnet. Das weiß ich, seit ich über die Multi-Screen-Nutzertypologie gestolpert bin. Multi-Screening bedeutet übrigens, dass mehrere Geräte parallel genutzt werden. Neben dem Online-Pragmatiker gibt es noch, Heavy-Multi-Screener, Native-Multi-Screener, TV-Parallel-Nutzer, Effiziente Multi-Screener und die Klassiker (nachzulesen unter www.multi-screen.eu).

Wir Österreicher benutzen auch immer mehr Bildschirme, sehr oft sogar gleichzeitig. Das bestätigt eine 2014 durchgeführte  Studie über die Multi-Screen Nutzung der Österreicher der MindTake Research GmbH, die unter rund 1.200 österreichischen Internetnutzern durchgeführt wurde. Das Ergebnis ist, dass Laptop und Smartphone die häufigsten Multi-Screen-Kombination darstellt, ein großer Screen nicht unbedingt hohe Aufmerksamkeit bedeutet und E-Mail immer noch die wichtigste Internetaktivität ist.

Stellt das Multi-Screening für die Gesundheitskommunikation ein großes Potential dar? Alle Werbe- und Medienfachleute sagen: ja! Schließlich steigt die Anzahl der Gesundheitssurfer massiv an. Genau gesagt sind es 50 Millionen Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz die sich online zu Gesundheitsthemen erkundigen. Vor allem spannend ist dabei der neue Ansatz, die unterschiedlichen Medien nicht mehr als Konkurrenz zu sehen, sondern sie zu verbinden. Eine „Catch Me if you Can!“- Herausforderung quasi. Ein Spannungsfeld dem es sich zu stellen gilt, will man Informationen an die Nutzer bringen. Wie überall im Internet gilt meiner Meinung nach auch hier „Content is the King“ – nur über interessante und aktuelle Gesundheitsinformationen wird es eine erfolgreiche User-Journey werden.

Da es um Gesundheit geht, kommt beim Einsatz von Medien auch immer eine Bedenklichkeit mit ins Spiel. Nicht zu unrecht, artet die Multi-Screen-Nutzung auch mal in negativem Stress aus. Nicht nur bei Managern, sondern vor allen bei Kindern ist Vorsicht geboten. Eine 2011 durchgeführte Studie der Bistrol University hat ergeben, dass Kinder im Alter von 10-11 Jahren, teilweise zu bis zu fünf unterschiedlichen Medien Zugriff haben, die meisten davon sind tragbare Geräte. Das Problem dabei ist, dass die Kinder die Geräte somit einfach überall mitnehmen können. Eine Herausforderung für die Erziehungsberechtigten, den Überblick zu behalten und den Zugriff zu den Geräten zeitlich einzuschränken. Vielleicht auch für uns Erwachsene, mal ganz hilfreich, eine „Screen-freie-Zeit“ im Zuge der Gesundheit einzubauen. Dafür gibt’s doch sicher eine App!

 


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