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Salutogenese

6. März 2012, 2 Kommentare

Was uns krank macht, hören wir ständig: zu viel Fett, Rauchen, wenig  Bewegung, zu wenig Schlaf, … – die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Doch es gibt auch noch eine andere Frage: „Was hält uns gesund?“

Die klinische Medizin befasst sich hauptsächlich mit der Entstehung von Krankheiten und deren Behandlung, der „Pathogenese“. Einen anderen Ansatz gibt die „Salutogenese“, nämlich die Frage nach der Entstehung von Gesundheit. In meinem Umfeld und vor allem bei mir selbst habe ich die Erfahrung gemacht, immer erst dann auf die Gesundheit zu achten, wenn man mal krank war. Das Auto aber bekommt aber beispielsweise jedes Jahr ein Service (egal ob voll funktionsfähig oder nicht), da stellt sich für mich die Frage nach den Prioritäten?

Salutogenese

Der Grundgedanke der Salutogenese stammt aus den 70iger Jahren von dem Medizinsoziologen und Stressforscher Aaron Antonovsky. Die Tatsache, dass Menschen trotz Erfahrung des Holocaust, der Migration und Kriegen noch bei angemessener Gesundheit waren, hat ihn bewegt zu erforschen, was diese Menschen aufrecht erhalten hat.

Gottseidank haben wir keinen Holocaust erlebt, aber das Leben heutzutage stellt uns täglich vor neue Herausforderungen. Der ewige Drang nach Besserem und nach Mehr hält und ständig auf Trab. Das Leben ist sehr viel schneller geworden und dadurch stressiger.

Wenn ich zum Arzt gehe, bin ich entweder gesund oder krank. Bin ich gesund, muss ich zur Arbeit, bin ich krank gibt es (hoffentlich) eine Behandlung. Doch ist es tatsächlich so, dass wir entweder vollständig gesund oder krank sind? Die Salutogenese sagt „nein“, da gibt es kein „entweder-oder“. Gesundheit und Krankheit werden als zwei Pole gesehen, zwischen denen wir uns bewegen. Mal sind wir näher an dem einen und mal näher an dem anderen. Das ist das was mir so gefällt, denn auch ein alter, kranker Mensch hat Gesundheit in sich und diese zu erkennen, macht glücklicher. Eine Art „Schon-Haben Prinzip“ wird beachtet, oder bei älteren Menschen ein „Noch-Haben Prinzip“.

Gesundheit heißt für mich mehr, als organische Beschwerden zu erkennen und zu behandeln. Die ganze Lebensgeschichte insbesondere psychische und soziale Faktoren sollten berücksichtigt werden. Wer soll gesund bleiben, wenn er kein Dach über dem Kopf, keine Freunde und keine Ziele mehr hat?

Doch auch die Menschen nach dem Holocaust haben wieder Kraftquellen gefunden. Sei es die Liebe, die Familie oder die Umwelt, die sie aufrecht und gesund erhalten hat. Diese Kraftquellen gilt es auch in jedem von uns zu entdecken. Es ist selten möglich, gesundheitliche Belastungen gänzlich zu vermeiden, doch wir sollten nicht aus den Augen verlieren, dass es auf der anderen Seite auch etwas gibt, dass uns stärkt.

Kraftquellen

Somit fragen wir uns doch selbst:
–        Was gibt meinem Leben langfristig einen Sinn?
–        Was bereitet mir Freude?
–        Wer schätzt mich?
–        Wen schätze ich?

Fragen, die man im ersten Augenblick nicht wirklich mit Gesundheit verbindet, die jedoch sehr viel damit zu tun haben.


  • Hier werden Beiträge rund um Gesundheit und neue Medien gepostet.

2 Kommentare

  1. Eveline Trummler

    Liebe Roswitha,
    unglaublich was du da gemacht hast und noch gemachen wird.
    Ich finde das Super!!!

    Ganz liebe Grüße von Eveline

    • admin (Author)

      Danke liebe Eveline :)

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