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„Tell me a story“ – FH Vortrag über die Prinzipien des Geschichtenerzählens

25. April 2013, 3 Kommentare

Im Rahmen des Studiengangs Kommunikation, Wissen, Medien referierte Frau Mag.a Ines Häufler gestern an der Fachhochschule Hagenberg zum Thema „Tell me a Story – Prinzipien des Geschichtenerzählens“ (http://www.fh-ooe.at/studiengaenge/bachelor/kwm/news-events/news/news/article/gastvortrag-zu-storytelling/).

Ihre Erfahrungen als Drehbuchberaterin und freiberufliche Film- und Fernsehdramaturgin hat sie gestern Abend in einem spannenden Vortrag mit uns geteilt. Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier kurz eine Zusammenfassung von meinen Notizen.

Warum gehen wir ins Kino? Nicht nur wegen Popcorn, Nachos und der sozialen Komponente sondern auch, weil wir in den Film eintauchen und ihn miterleben wollen. Hollywood ist wohl das beste Vorbild im Geschichtenerzählen. Doch wie schafft man es, der Story Spannung und Dramatik zu verleihen?

3 Säulen der (Film) Dramaturgie können uns lt. Frau Mag.a Ines Häufler hier weiterhelfen:

  • Emotionales Thema

Die Herausforderung liegt darin, den Zuseher emotional abzuholen und einen Bezug zu seinem Leben herzustellen. Der Titel „Nomadenjunge in der Mongolei“ wird weniger gut ankommen wie „Junger Teenager entdeckt seine Mission und kämpft dafür“.

Abhelfen kann man sich mit Gegensatzpaaren, wie Egoismus vs. Selbstlosigkeit, Vertrauen vs. Verrat oder Ordnung vs. Chaos.

Um den Zuseher emotional zu erreichen, gibt es zusätzlich spezielle Themen wie der Wunsch nach Anerkennung, Sehnsucht nach Liebe oder die Angst vor Unbekannten die helfen, um ein fesselndes Drehbuch zu schaffen.

  • Figuren

Jemand will etwas und hat Schwierigkeiten es zu erreichen.
Das schafft Neugierde: Welches Problem hat die Figur? Wie wird sie vorgehen um zum Ziel zu gelangen? Was ist das Ziel? Was steht auf dem Spiel und warum tut jemand etwas? Was passiert als nächster?

  • Struktur

Handwerkzeuge gibt wie Sand im Meer und lt. Frau Häufler ist das auch wichtig, da ein Drehbuch „zu 80% „Handwerk ist“. Das Beispiel von Blake Snyder „Save The Cat“ kann hierzu Aufschluss geben:

blakesnyser

Quelle: http://www.blakesnyder.com/2012/03/09/blakes-script-frenzy-blog-on-the-midpoint/

Spannend geht es weiter, mit den „NOT-TO-DO“-Tipps von Frau Häufler, die sie selbst aus Filmfestspielen, Gesprächen mit jungen Autoren und der Erfahrung in ihren Arbeiten zusammen gefasst hat.

8 Prinzipien des Storytellings:
1. „keep your ego out“
Nicht falsch verstehen, damit ist die simple Frage zu stellen, ob es der Geschichte dient, dass ich gerade eine tolle neue Kamera gekauft habe, (deren Funktionsumfang ich unbedingt zeigen will) oder ich mir mühevoll After Effects erlernt habe und nun alle Einstellungen ausprobieren will.

2. Worum geht es in Wahrheit?
So gut wie jeder Film hat ein emotionales Grundthema. Wenn Maxi Susi liebt und Franz davon erfährt und er sie auch liebt … Worum geht es dabei? Um Eifersucht vielleicht? Da hätten wir es schon, unser emotionales Thema mit dem wir den Zuschauer abholen können.

3. Schreiben Sie über etwas, dass sie kennen
Dazu ein Beispiel, das mir in Erinnerung geblieben ist.
Filmfestspiele, sensibles Thema Vergewaltigung. Leider kommt das Thema nicht „rüber“. Warum? Weil, wie sich später herausstellt, sich niemand mit dem Thema tiefer befasst hat. Das heißt keine Interviews oder Erfahrungsberichte eingebunden wurden.
Fazit: am besten über etwas schreiben, das man selbst kennt bzw. andernfalls recherchieren, recherchieren, recherchieren…

4. Show, don’t tell
Beim Film haben wir es mit einem visuellen Medium zu tun. Bitte nicht unterschätzen wie viele Emotionen und Gefühle alleine mit Mimik übertragen werden können, ohne dass nur ein einziges Wort nötig ist.

5. Und was passiert jetzt?

6. Ohne Konflikt keine Geschichte

7. Keep it simple!

8. Arbeiten Sie mit dem Problem

Die Schauspielerin ist schwanger? Könnte das der Geschichte dienen? Frau Mag.a Ines Häufler motiviert, sich erst mit dem Problem auseinanderzusetzen und zu überlegen, ob es der Geschichte dienlich sein kann, bevor alles neu gemacht wird.

 

Mein Fazit:
Ich fand es total schön, erinnert zu werden wie gerne wir Geschichten haben und dass sie uns überall begegnen, nicht nur in Filmen. Die Tipps und Tricks von Frau Mag.a Ines Häufler fand ich praxisorientiert und super vermittelt.

Weitere Infos zur Referentin sind zu finden unter: http://scriptalicious.at/


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    • Roswitha Strobl { Danke liebe Karin. Freu mich extrem von dir zu hören!! Ich hoffe, bis ganz bald und liebe Grüße zurück! PS: Gastbeiträge sind immer willkommen, wenn... }

3 Kommentare

  1. Roswitha (Author)
  2. Karin Scheiblbrandner

    Hallo, liebe Roswitha ;-))

    Wow, ich bin tooootal beeindruckt, was ich HIER AUF DEINER HP ALLES ZU LESEN FINDE. Ich freue mich so sehr für Dich und wünsche Dir alles, alles erdenklich Gute, viiiiele gute Ideen und auch viiiiele motivierte Menschen um hier Dein professionelles Wissen an die Allgemeinheit weiter zu vermitteln. Ich hoffe, wir treffen uns bald mal wieder.
    Ganz herzliche Grüße aus Salzburg ins benachbarte OÖ. -karin-

  3. Roswitha Strobl (Author)

    Danke liebe Karin. Freu mich extrem von dir zu hören!! Ich hoffe, bis ganz bald und liebe Grüße zurück!
    PS: Gastbeiträge sind immer willkommen, wenn du als Dipl. Gesundheitsbilderin ein Thema hast. Vor allem, da ich mich gerade in der „Sommerpause“ befinde :).

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