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Vollwerternährung zur Gesundheitsförderung

24. Januar 2015, 4 Kommentare

Als ich 2013 mit einer Ernährungsausbildung begann, war das zum Großteil aus persönlichem Interesse. Mir fiel auf, dass mir manche Nahrungsmittel nicht gut taten und ich wollte wissen, warum das sein konnte und wie die Verdauung genau funktioniert. Die Beschäftigung mit unserer Nahrung fasziniert mich immer mehr, ich probiere neue Rezepte und genieße es sehr. In Bezug auf die Gesundheit muss ich sagen, dass ich etwas gelernt habe das mir vorher nicht in dem Maß bewusst war:

Der Nahrung wird meist nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdient.

Oft höre ich „Ich esse die ganze Zeit, bin aber immer noch hungrig“. Mit Fertigprodukten und „leeren“ Nahrungsmitteln wird unserem Körper vorgegaukelt, dass er mehr Essen braucht. In Wirklichkeit ist es meist nur ein Nährstoffmangel. Vor allem die Qualität der Nahrung die wir zu uns nehmen, stellt einen extrem wichtigen Beitrag zu unserer Gesundheit dar.

Neben anderen, meist gut bekannten alternativen Ernährungsformen wie Vegetarismus, Veganismus, Trennkost usw. bin ich immer wieder auf die Vollwertkost gestoßen. Da ich die Ansätze sehr spannend finde, hier ein Einblick was sich dahinter verbirgt.

Vollwerternährung – Die Grundidee

Die Grundlagen der Vollwerternährung stammen mit Hippokrates und Pythagoras bereits aus der Antike. Sie gelten als Begründer ganzheitlicher Ernährungs- und Lebensweisen. Im 19. Jahrhundert, noch bevor Vitamine und Mineralstoffe bekannt waren, prägten der Arzt Dr. Max Oskar Bircher-Benner (1867-1938), der Ernährungsforscher Werner Kollath (1892-1970) und der Arzt und Politiker Max Otto Bruker (1909–2001) den Begriff „Vollwert der Nahrung“. Das Ziel war stets die Erhaltung der Gesundheit, Prävention und Stärkung der Abwehrkräfte.

Grundsätze der Vollwerternährung

„Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich“ Das ist das oberste Prinzip der Vollwertkost. Daher werden alle Speisen die mit Fabriknahrungsmitteln (Auszugsmehle, Fabrikzucker, raffinierte Öle) hergestellt werden, gemieden.

Grundsätzlich gibt es vier Lebensmittel die zu meiden sind und vier Lebensmittel, die täglich gegessen werden sollten (Quelle: Dr.M.O. Bruker, Gesund durch richtige Ernährung, emu-Verlag):

meiden
– Auszugsmehlprodukte
– alle Fabrikzuckerarten
– alle raffinierten Fette (Margarinen, heißgepresste Öle)
– für Magen-, Darm-, Leber- und Gallenempfindliche: alle Säfte aus Obst und Gemüse, gekochtes Obst, Trockenfrüchte

täglich essen
– Vollkornbrot, möglichst viele verschiedene Sorten
– täglich 3 EL Getreide in Form eines Frischkorngerichts
– eine Frischkostbeilage bestehend aus rohem Obst und rohem Gemüse
– naturbelassene Fette wie Butter, Sahne sowie unraffinierte, kaltgepresste Öle

Neuere Grundsätze der Vollwerternährung beziehen die Schonung der Umwelt (regional, biologisch, umweltschonende Verpackung), die Vermeidung von Zusatzstoffen und bestimmter Technologien (Gentechnik, Food Design) sowie soziale Gerechtigkeit (fairen Handel) mit ein. Entsprechend dem gesundheitlichen, ökologischen und sozialen Wert gibt es Wertestufen von Lebensmitteln. Der Wert der Nahrungsmittel wird nicht nur am Gehalt an Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß gemessen, sondern vor allem an ihrem Gehalt an Vitalstoffen. Die Lebendigkeit der Nahrung steht im Vordergrund.

Das Grundprodukt der Vollwerternährung, das Getreide, ist seit eher das wichtigste Element der menschlichen Ernährung. Leider wird der kleinste, aber gehaltvollste Teil des Getreidekorns und Teile der Randschichten beim Auszugsmehl entfernt. Der Grund dafür ist die Haltbarkeit, das Fett im Keim des Getreidekorns wird rasch ranzig und Vollkornmehl ist daher nicht lange lagerfähig. Doch gerade im Keimling befinden sich hochwertige Eiweiße, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Vollwertkost empfiehlt daher, das Mehl immer frisch zu mahlen (oder mahlen zu lassen). Der aktuelle Weizen hat nicht mehr viel mit dem „Urkorn“ gemein und daher möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir so viele weitere wohl schmeckende Getreidesorten zur Auswahl haben: Dinkel, Grünkern, Hartweizen, Kamut, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Buchweizen, Emmer, Einkorn, Triticale.

Ernährungsphysiologische Bewertung der Vollwertkost

Die Vollwerternährung kommt den ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen sehr nahe und ist daher auch als Dauerkost bei ausgewogener Lebensmittelauswahl geeignet. Diese Ernährungsform wird heutzutage von den meisten Ernährungs- und Gesundheitsberatungsstellen (z.B. Deutsche Gesellschaft für Ernährung – DGE) empfohlen. Nicht empfehlenswert ist sie allerdings für Schwangere, Stillende und Kleinkinder.

Rezept Frischkornbrei

– 2 EL Getreide oder Getreidemischung grob schroten
– ca. 3 EL Wasser dazugeben und eventuell verrühren
– abdecken und über Nacht (ca. 8 Stunden) ziehen lassen

Zum Auflockern einen geriebenen oder geraspelten Apfel daruntermischen. Der Frischkornbrei kann auch individuell mit frischem Obst je nach Saison verfeinert werden. Gesüßt kann er mit Honig oder Nussmus werden. Wichtig ist nur, dass kein raffinierter Zucker beigefügt wird.
Ich liebe es, den Frischkornbrei mit Mandelmus, Heidelbeeren und Zimt zu garnieren.

Tipp für weitere Anregungen

Das Informatiker-Ehepaar Melanie & Sönke ernähren sich vollwertig, nach Richtlinien von Dr. Bruker und bloggen darüber: http://vollwert-blog.de/


Kategorie Ernährung

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4 Kommentare

  1. Petra

    Liebe Rosi! Ein spannendes Thema mit dem ich mich auch in letzter Zeit beschäftige. Habe bereits alle Mikronährstoffe bei Frau Dr. Silke Kranz in Linz austesten lassen. Folgende Doku zum Thema Gesundheit könnte dich vielleicht auch interessieren.

    https://www.youtube.com/watch?v=l-54tCnMlsU

  2. admin (Author)

    Danke – interessiert mich sehr! Freu mich schon, wenn wir uns treffen. Ich nehme mein Nährstoffe-Handbuch mit ;).

  3. Claudia Lackner

    Tolle Seite!

    Halte sehr viel auf Vollwert Kost und kaufe schon seit Jahren nicht mehr in „normalen“ Geschäften ein. Außerdem hauptsächlich regionale Produkte aus Oberösterrich. Es ist ein neues Lebensgefühl, mehr Lebensfreude, mehr Gesundheit und Vitalität. Außerdem ein stressfreies Einkaufen und schön zu sehen, wie es vorher am Feld gewachsen ist, bevor man es kauft…
    Dank kreativer Bauern und der auch technischen Vernetzung ist es möglich geworden auch „alles“ bei einem Bauern oder über Organisationen zu kriegen.
    Dazu entsteht neuer Respekt vor der Natur den Pflanzen und den Tieren.
    Kochen macht mehr Spaß und durch mein Kahuna Training lernte ich, dass die Art und Weise der Essenszubereitung und der Umgang mit Nahrung auch ein Training für die persönliche Entwicklung und Gleichgewicht im Leben ist.

    • admin (Author)

      Danke Claudia!
      Mit geht es auch so, dass ich mich vital und gesund fühle, wenn ich regional und vollwertig esse. Ich hatte das unterschätzt, „du bist was du isst“ trifft zu. Beim Einkaufen hab ich auch schon so manches Produkt zurück gelegt, wenn ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass das Huhn um € 3,45 so „produziert“ wurde, wie ich das noch vertreten könnte.

      Kahuna hört sich so an, als müsstest du als nächstes einen Hawaii-Urlaub zum üben einplanen, spannend!

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